Die Andamanensee ist die Postkartenseite Thailands: Kalkfelsen, die senkrecht aus türkisfarbenem Wasser stehen, Sandbänke, die bei Ebbe auftauchen, und Inseln, die sich in einer Woche verketten lassen. Wer die Reihenfolge, die Saison und die Fährzeiten kennt, holt aus zwei Wochen doppelt so viel heraus wie jemand, der spontan von Insel zu Insel springt.
Inselhopping klingt nach Freiheit, ist in Wahrheit aber eine logistische Übung. Fähren fahren saisonabhängig, manche Verbindungen nur einmal täglich, und zwischen zwei Inseln, die auf der Karte nebeneinanderliegen, kann eine Umsteigekette von fünf Stunden liegen. Die gute Nachricht: Mit einer sinnvollen Reihenfolge fährst du fast nie zurück, sondern immer weiter.
Die Inseln und was sie unterscheidet
Koh Lipe
Ganz im Süden, kurz vor der malaysischen Grenze, liegt die kleinste und in vielen Augen schönste der beliebten Inseln. Drei Hauptstrände, eine Fußgängerstraße mit Restaurants und Bars, keine Autos. Das Wasser ist außergewöhnlich klar, Schnorcheln geht direkt vom Strand. Koh Lipe liegt im Tarutao-Nationalpark, weshalb bei der Ankunft eine Nationalparkgebühr fällig wird.
Die Anreise ist der Preis für die Schönheit: von Hat Yai oder Trang per Van nach Pak Bara und weiter mit dem Speedboot, oder in der Hochsaison per Fähre von Koh Lanta über mehrere Stunden. Plane für Koh Lipe mindestens drei Nächte ein – für zwei lohnt der Weg nicht.
Koh Lanta
Lang, entspannt und familienfreundlich. Lanta hat kilometerlange Strände, die nach Süden hin ruhiger werden, gute Restaurants und eine Altstadt an der Ostküste, die kaum jemand besucht. Die Insel ist mit dem Roller gut zu erkunden und ein idealer Ausgangspunkt für Tagestouren zu den Koh-Rok-Inseln und zur Emerald Cave auf Koh Mook.
Koh Phi Phi
Die berühmteste Kulisse der Region: die Maya Bay, die Steilwände von Phi Phi Leh, der Aussichtspunkt über die doppelte Bucht. Phi Phi Don ist gleichzeitig die lauteste Insel im Vergleich – wer Ruhe sucht, wohnt außerhalb des Hauptorts in Long Beach oder auf der Nordseite und fährt mit dem Longtail hinein.
Krabi, Ao Nang und Railay
Das Festland ist mehr als eine Durchgangsstation. Railay ist nur per Boot erreichbar, hat Kletterrouten von Weltrang und einen der schönsten Strände der Küste. Von Ao Nang starten die Vier-Inseln-Touren, und die Hong-Inseln in der Bucht von Phang Nga gehören zu den ruhigeren Zielen, wenn man früh losfährt.
Koh Mook, Koh Kradan und Koh Ngai
Die Trang-Inseln sind der Geheimtipp-Bereich der Andamanensee: wenige Unterkünfte, kaum Nachtleben, dafür Riffe direkt vor dem Strand und die Emerald Cave, in die man durch einen dunklen Tunnel hineinschwimmt und in einer versteckten Lagune wieder auftaucht. Für Reisende, denen Phi Phi zu voll ist, ist das die Antwort.
Similan-Inseln
Nördlich von Phuket und nur in der Trockenzeit geöffnet. Die Similans sind Tauch- und Schnorchelgebiet, keine Übernachtungsdestination im klassischen Sinn. Wer taucht, plant sie als Tages- oder Liveaboard-Tour ein.
Drei erprobte Routen
7 Tage: Krabi – Phi Phi – Lanta
- 1Tag 1: Ankunft Krabi, Nacht in Ao Nang oder Railay.
- 2Tag 2: Vier-Inseln-Tour oder Klettern in Railay.
- 3Tag 3: Fähre nach Phi Phi, nachmittags Viewpoint.
- 4Tag 4: Frühe Longtail-Tour nach Phi Phi Leh und Maya Bay.
- 5Tag 5: Fähre nach Koh Lanta, Strandtag im Süden.
- 6Tag 6: Tagestour Koh Rok oder Emerald Cave.
- 7Tag 7: Transfer zurück nach Krabi zum Flug.
10 Tage: von Nord nach Süd bis Koh Lipe
- 1Tag 1–2: Krabi und Railay als Einstieg.
- 2Tag 3–4: Phi Phi mit früher Bootstour.
- 3Tag 5–6: Koh Lanta, Roller und ruhige Südstrände.
- 4Tag 7–9: Koh Lipe – Sunrise, Sunset und Pattaya Beach, Schnorcheltour zu den vorgelagerten Inseln.
- 5Tag 10: Rückweg über Pak Bara nach Hat Yai oder direkt nach Langkawi.
14 Tage: Inseln plus Dschungel
Wer zwei Wochen hat, sollte den Khao-Sok-Nationalpark einbauen. Der Cheow-Lan-See mit seinen schwimmenden Bungalows vor Kalksteintürmen ist landschaftlich das Gegenstück zu den Inseln und bricht die Strandroutine auf. Eine bewährte Reihenfolge: zwei Nächte Khao Sok, dann über Krabi in den Süden bis Koh Lipe, Rückflug ab Hat Yai.
Beste Reisezeit: der Saisonkalender
| Zeitraum | Wetter | Einschätzung |
|---|---|---|
| November – Februar | Trocken, angenehm, ruhige See | Hochsaison, beste Bedingungen, höchste Preise |
| März – April | Heiß und trocken | Sehr gutes Wasser, hohe Temperaturen, weniger Andrang als Januar |
| Mai – Juni | Erste Regenschauer | Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, viele Tage weiterhin sonnig |
| Juli – August | Wechselhaft | Grün und günstig, kurze heftige Schauer, See teils rau |
| September – Oktober | Regenzeit-Höhepunkt | Viele Inselunterkünfte und Fähren pausieren |
Wichtig: Die Andamanensee und der Golf von Thailand haben unterschiedliche Regenzeiten. Wenn es in Krabi im Oktober schüttet, kann es auf Koh Samui trocken sein. Wer im Herbst reist, plant den Golf ein – oder akzeptiert, dass Fähren gestrichen werden.
Fähren, Speedboote und Transfers
Zwischen den Hauptinseln verkehren große Fähren und schnellere Speedboote. Fähren sind ruhiger und angenehmer bei Wellengang, Speedboote sparen Zeit und sind bei Seegang unangenehm. Viele Verbindungen laufen über Kombitickets: Van zum Pier, Boot, dann wieder Van. Das funktioniert in der Regel gut, kostet aber Wartezeit an den Umsteigepunkten.
- In der Hochsaison Tickets ein bis zwei Tage vorher sichern, besonders für Koh Lipe.
- Frühe Abfahrten wählen – bei Verspätung bleibt dann noch eine Alternative am Nachmittag.
- Gepäck bei Longtail-Transfers in wasserdichten Beuteln verstauen; nasse Füße beim Ein- und Aussteigen sind normal.
- Für Anschlussflüge nie den letzten Fährtag knapp planen. Ein Puffertag am Festland ist Gold wert.
- In der Nebensaison vorher prüfen, ob die gewünschte Verbindung überhaupt fährt.
Für Familien, größere Gruppen oder späte Ankünfte lohnt sich ein privater Fahrer statt eines Sammel-Vans. Der Unterschied ist weniger der Preis als die Zeit: Ein Sammeltransfer sammelt oft eine Stunde lang weitere Gäste ein, bevor er losfährt.
Budget: womit du rechnen solltest
Die Andamanensee ist teurer als der Norden Thailands, und Inseln sind teurer als das Festland – alles muss per Boot geliefert werden. Ein einfaches Doppelzimmer abseits der Strandpromenade liegt deutlich unter dem Preis eines Strandresorts, gutes Essen in lokalen Restaurants kostet einen Bruchteil dessen, was Hotelrestaurants verlangen. Die größten Posten sind Unterkunft, Bootstouren und Transfers.
- Unterkunft: der Hauptposten, in der Hochsaison teils doppelt so teuer wie in der Nebensaison.
- Tagestouren: Gruppentour deutlich günstiger als privates Longtail, dafür weniger flexibel.
- Nationalparkgebühren: fallen bei Tarutao, Koh Rok, Similans und weiteren Zielen zusätzlich an.
- Transfers zwischen den Inseln: summieren sich – je weniger Wechsel, desto günstiger.
- Bargeld: auf kleineren Inseln gibt es wenige Automaten mit hohen Gebühren; nimm genug mit.
Packliste für Inselhopping
- Riff-freundliche Sonnencreme und ein langärmliges Rashguard – wichtiger als jede Creme.
- Wasserdichte Tasche oder Beutel für Bootsfahrten.
- Eigene Schnorchelmaske, wenn du sie oft nutzt; Leihmasken passen selten gut.
- Badeschuhe für steinige Einstiege und Seeigel.
- Reiseapotheke mit Mitteln gegen Magenverstimmung und Wunddesinfektion.
- Powerbank – auf Booten und Inseln gibt es nicht überall Steckdosen.
- Leichter Regenschutz, auch in der Trockenzeit.
Sicherheit und Respekt vor Ort
Die Strömung an manchen Stränden ist stärker, als sie aussieht; rote Flaggen sind ernst gemeint. Auf Booten gibt es Schwimmwesten – nimm sie bei Wellengang. Korallen bitte nicht berühren und nicht darauf stehen: Was in Sekunden zerbricht, wächst Jahrzehnte. Und in Tempeln, auch auf den Inseln, gelten Schulter- und Knieregeln.
Wer eine Insel weniger einplant, sieht am Ende mehr – und sitzt weniger auf Booten.
So planen wir das für dich
Wir bauen Routen entlang der tatsächlichen Fährzeiten, nicht entlang der Karte. Das heißt: Wir prüfen, welche Verbindungen in deinem Reisezeitraum wirklich fahren, legen die Nächte so, dass keine Anreise verloren geht, und buchen Transfers, Unterkünfte und Touren als ein Paket. Wenn eine Fähre ausfällt, hast du eine deutschsprachige Nummer statt eines Schalters, an dem niemand Englisch spricht.
Häufige Fragen
Wie viele Inseln schaffe ich in zwei Wochen?
Drei bis vier, wenn es entspannt bleiben soll. Jeder Inselwechsel kostet einen halben bis ganzen Tag. Fünf Stationen in vierzehn Tagen sind machbar, fühlen sich aber nach Transit an statt nach Urlaub.
Kann ich im September oder Oktober Inselhopping machen?
An der Andamanensee eingeschränkt: Viele Inselunterkünfte schließen, einige Fährverbindungen pausieren, und die See ist oft rau. In diesem Zeitraum ist der Golf von Thailand mit Koh Samui und Koh Phangan die verlässlichere Wahl.
Brauche ich für die Inseln vorab Buchungen?
In der Hochsaison von Dezember bis Februar ja, besonders auf Koh Lipe und Phi Phi. In der Nebensaison reicht es oft, ein bis zwei Tage vorher zu buchen – bei Fähren lohnt sich Vorlauf trotzdem.
Roller mieten auf den Inseln – gute Idee?
Auf Lanta und Krabi ja, auf Koh Lipe unnötig, auf Phi Phi gar nicht möglich. Achte auf gültige Führerscheinklasse, Helm und darauf, dass du deinen Pass nicht als Pfand hinterlässt – eine Kopie plus Kaution reicht seriösen Vermietern.

